Standard Architecture. From Jean-Nicolas-Louis Durand to BIM

September 17, 2017

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International symposion, 20–22 October 2017, Deutsches Architekturmuseum Frankfurt/Main.

Standardization has played a key role in architecture and construction since the Enlightenment. It accelerates building production, reduces costs, and assures quality control, at least in theory. The classical modernists of the 20th century treated standardization and normalization as engines of social and technical progress. Even though concepts for mandatory, form-giving standards—like those proposed by Ernst Neufert—never established themselves, there are more standards today than ever before. Despite appeals to cultural specificity, standards shape processes and products all around the world through the digitization and rationalization of cognitive processes. With the introduction of BIM (Building Information Modeling), these processes are becoming increasingly relevant. At the same time, catastrophes like the Grenfell Tower fire in London or the collapse of the Savar building in Bangladesh are drastic examples of the failure of standards as a result of neoliberal policies. In the scope of the three-day conference at the Deutsches Architekturmuseum (DAM), more than 30 international experts from a wide range of disciplines debate the cultures of standardisation from 1800 up to the present, focusing on the standardisation of design processes, construction processes and building components and their effects on architecture. […]

Zum Wandel des Modells als Entwurfsmedium im digital turn

September 17, 2017

Wintersemester 17/18

Im Zentrum des Seminars steht die Frage, welche Rolle Modelle im architektonischen Entwerfen spielen, und insbesondere, wie sich ihre Rolle mit dem digital turn verändert. Aus dem weiten Begriff des Modells werden also die architektonischen Entwurfsmodelle und die mit ihnen verbundenen Entwurfskulturen herausgegriffen und thematisiert.

Entwurfsmodelle in der Architektur sind dadurch charakterisiert, dass sie nicht primär darauf abzielen, etwas schon Vorhandenes in einem weiten Sinne nach- oder abbildend zu repräsentieren, um gegebene Phänomene zu erklären und prognostizierbar zu machen, wie z.B. beim Modellgebrauch in den Natur- oder Sozialwissenschaften, sondern darum, einen antizipierten Zustand so zu modellieren, dass er gestalterisch bearbeitet und realisiert werden kann. Beim Entwurfsmodell läuft die Bezugsrichtung zwischen Modell und Modelliertem in umgekehrter Richtung: es bildet das zu Entwerfende nicht ab, sondern stellt es her.

In einem einführenden workshop in der ersten Sitzung wird jeder Teilnehmer ein Modell aus einem seiner Entwürfe vorstellen, so dass wir uns einen ersten Überblick über das Spektrum der Funktionen von Entwurfsmodellen, und das, was sie greifbar machen sollen, machen können.

Im Anschluss fokussiert das Seminar historisch auf den Wandel des Modell-Begriffs in der neueren Architektur und Architekturtheorie. Mit dem digital turn erlebt das Model und das Modellieren eine enorme Aufwertung und löst vielerorts bereits die Zeichnung als dominierendes Planungsmedium ab. Hier ist ein Übergang von materiellen Modellen, die maßstäblich bestimmt und thematisch fokussiert sind, hin zum Gebrauch von virtuellen Gebäudedatenmodellen zu verzeichnen, die darstellerisch flexibel sind und zunehmend Prozesse und Relationen modellieren. Das Seminar zielt darauf, diesen Wandel und seine Bedeutung für das architektonische Entwerfen genauer zu verstehen. Dazu beschäftigen wir uns mit seiner Vorgeschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und nähern uns im Verlauf immer weiter der aktuellen Diskussion an.