Mach dein Kreuz!

Juli 14, 2012

OSM-basierte Zeichnung des Schillerviertels mit dem Standort der Produktionsfläche und im Viertel verteilten Kreuz-Objekten

Partizipatives Projekt zur Markierung und Diskussion von Orten im Schillerviertel/Kassel anhand eines Objektes

Das Projekt versteht sich als Experiment, um die Probleme und Potentiale des Schillerviertels im Innenraum dieses Viertels mit und für die Menschen des Viertels durch eine temporäre Interventionen zu thematisieren. Der Knackpunkt der Gestaltung eines Stadtviertels liegt in der Stiftung von Beziehungen: Ein Viertel ist dadurch bestimmt, wie die Menschen in ihm miteinander zu tun haben. Im Schillerviertel besteht Bedarf nach neuen Beziehungen – aber nach welchen konkret?

Konzept

Der Anfangspunkt der Partizipation besteht darin, die Planung in den Stadtinnenraum herein zu holen. ‚Stadtinnenarchitektur‘ begreift den Bauvorgang als Medium der Beteiligung und Versammlung der Stadtakteure. Partizipieren heißt nicht, zwischen vorgegebene Alternativen zu wählen, sie also bloß anzukreuzen, sondern darin, Alternativen gemeinsam zu gestalten. Gemeinsames praktisches Tun schafft die Grundlage für die gestaltende Beteiligung der Menschen des Viertels an ihrem Viertel. Um die sich verändernden Orte des Schillerviertels praktisch zu erforschen, schlagen wir vor, gemeinsam mit den Menschen des Schillerviertels ein experimentelles Objekt zu bauen.

Zeichnung der Produktionsfläche mit Produktionskette und gebauten Kreuz-Objekten

Wir schlagen vor, in der alten Produktionsfläche in der Rothenditmolderstraße eine manuelle Produktionsstraße einzurichten, in der jeder Besucher eins oder mehrere der Kreuz-Objekte aus beliebiger gebrauchter Kartonage bauen kann. Die einzelnen Arbeitsschritte sind normiert und werden durch vorgegebene Werkzeugroutinen unterstützt. So kann das Kreuz-Objekt in etwa einer Stunde hergestellt werden und die gebauten Versionen sind geometrisch identisch, so dass sie als Module kombiniert werden können.

Als Markierung soll das Kreuz-Objekt nach draußen in den Stadtraum gebracht werden, und dort von demjenigen, der es gebaut und an einem Ort platziert hat, fotografiert werden. Jedes der Kreuz-Objekte, die in die Stadt platziert werden, ist mit einer Internetadresse/QR-Code und der Adresse der Produktionsfläche versehen. Folgt man den Adressen, gelangt man auf die Webseite des Projekts oder direkt zur Produktionsfläche. Die Fotos der Objekte im Stadtraum werden kommentiert oder unkommentiert an die Produktionsfläche zurückgesandt oder überbracht, und dann auf der Webseite des Projekts inklusive der Kommentare kartiert.

Arbeitsschritte Kartonage preparieren

Neben der Markierung von Orten im Schillerviertel, der Verlinkung zwischen Stadtraum und virtueller Kartierung wird das Kreuz-Objekt aber auch als temporäres Mobiliar verwendet. Die Hälfte der Produktionsfläche wird während der Projektwoche provisorisch als Mikroausstellung für die in den Stadtraum gebrachten Kreuz-Objekte ausgebaut. In dieser Ausstellung wird die frotlaufende Dokumentation der Kreuz-Objekte auf der Webseite gezeigt. Am Ende des Projektes laden wir zu einer Runde mit den Beteiligten in die Produktionsfläche ein, um Ergebnisse und Perspektiven zu diskutieren.

Arbeitsschritte Faltung

Das Kreuz-Objekt dient also als medialer Kontenpunkt: um gemeinsam zu bauen und zu diskutieren, Orte im Viertel zu markieren, und eine virtuelle Sammlung und eine physische Mikroausstellung der markierten Orte in der Produktionsfläche zu organisieren.

Empfehlung zu einer Strategie der Bespielung, Öffentlichkeitsarbeit und eventueller Nachnutzung

Der Vorschlag zur Einrichtung einer temporären, pratizipativen Produktionsstrasse zur gemeinsamen Herstellung von Objekten, mit denen Orte in der Stadt markiert werden können und mit denen der Produktionsort zu einem temporären Ausstellungsort für diese Markierungsprozesse umgestaltet wird, versteht sich als programmatischer Vorschlag: Die Planung muss durch partizipative Projekte in den Stadtinneraum hineingeholt werden. Wir schlagen vor, diesen Ort auch weiterhin für temporäre Projekte zu nutzen und mit den Bewohnern des Schillerviertels zu bespielen. Eine große Chance würde darin liegen, dieses Format mit der Universität Kassel zusammen weiterzuführen, am Standort der Produktionsfläche oder in anderen Leerständen im Schillerviertel.

 

Team

mit Miodrag Nerandzic

Wettbewerb von [an]docken, Kassel. Wettbewerbsgewinner, Realisierung August 2012.

Projektwebseite: http://machdeinkreuz-kassel.de/

2 comments

  1. Pell - August 18, 2012 4:47 pm

    Umm… jeeh. And now?

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