PRISM — Freiheit in der digitalen Gegenwart

August 15, 2014

NSA, US government; prism photograph: Adam Hart-Davis © 1998-04-08 - http://www.washingtonpost.com/wp-srv/special/politics/prism-collection-documents/ Source & licence of underlying photograph: "FREE to download and use! (c) Adam Hart-Davis": http://gallery.hd.org/_c/natural-science/prism-and-refraction-of-light-into-rainbow-2-AJHD.jpg.html + http://gallery.hd.org/terms.html

NSA, US government; prism photograph: Adam Hart-Davis © 1998-04-08; licence of underlying photograph: „FREE to download and use! (c) Adam Hart-Davis“: http://gallery.hd.org/_c/natural-science/prism-and-refraction-of-light-into-rainbow-2-AJHD.jpg.html + http://gallery.hd.org/terms.html

Team: Jonas Marx und das Akademieteam Braunschweig I

Edward Snowden hat die Welt, in der wir leben, verändert. Durch seine Enthüllungen über die Aktivitäten der NSA und anderer Geheimdienste ist die grundlegendste Frage des Politischen zurück in das Zentrum der öffentlichen Debatten und Auseinandersetzungen gerückt: Wie wollen wir leben? Der Begriff, der dabei im Kurs im Zentrum steht, ist der Begriff der Freiheit. Wie ist es um die Freiheit bestellt in unserer Gegenwart, in der zunehmend alles (alle Kommunikation, aber auch alle Tätigkeiten insgesamt) digitalisiert und damit algorithmisch analysierbar wird? Kann man das Internet noch als utopischen Ort des freien Wissens und freier Kommunikation verstehen, wenn gleichzeitig durch diese Technik die totale Überwachung in einem Ausmaße Realität zu werden scheint, das sich noch nicht mal George Orwell in 1984 ausdenken konnte?

Für die Deutsche Schüler Akademie in Braunschweig habe ich zusammen mit Jonas Marx einen Kurs geleitet, in dem wir mit den Teilnehmern der Frage nachgegangen sind, wie eine Technologie wie das Internet Einfluss auf die Freiheit hat. Schließen sich Freiheit und Sicherheit im Internet aus – und tun sie das nur bei dieser Technik oder besteht dieser Konflikt bei jeder Technik? Aber auch umgekehrt lässt sich fragen: Ist Freiheit überhaupt beeinträchtigt, wenn der/die Einzelne subjektiv gar nicht bekommt, dass er/sie digital überwacht wird und sich ja sowieso nur ‚ganz normal’ verhält? Um diesen Fragen nachzugehen und sie zu vertiefen, wurden im Kurs zentrale philosophische Texte zum Freiheitsbegriff von Philosophen wie etwa von Immanuel Kant, Friedrich Schiller, John S. Mill, Michel Foucault und Hannah Arendt lesen gelesen und gemeinsam die Hintergründe des Überwachungsskandals recherchiert. Die verschiedenen – teilweise konträren – Positionen der Autoren zum Begriff der Freiheit haben wir im Kurs herausgearbeitet und kritisch diskutiert. Auf der Grundlage der dabei gewonnen Erkenntnisse und Begrifflichkeiten wurde dann die aktuelle Geheimdienstaffäre unter ihren verschiedenen Gesichtspunkten näher betrachtet.

Die Teilnehmer des Kurses haben allein oder in Gruppen freie Essays erarbeitet, in denen sie die Behandlung eines aktuellen politischen Themas mit philosophischer Begriffsanalyse verbinden. Die Texte wurden kontinuierlich im Kursplenum diskutiert und gemeinsam entwickelt. Das Hauptanliegen des Kurses neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Snowden-Skandal war die Stärkung einer zentrale Kompetenz der Geisteswissenschaften, nämlich Themen über die Grenzen von disziplinären Debatten hinweg zu setzen und zu etablieren. Die Teilnehmer haben in ihren Essays unterschiedliche Quellen und Material, z.B. soziologische Statistiken, persönliche Erfahrung mit facebook, Presse- und Feuilletonartikel mit philosophischen Argumenten und Reflexionen verbunden.

Der Link für die offizielle Dokumentation des Kurses wird nachgereicht!

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