Begriffsapparat

April 14, 2013

Selbst Theorien über nicht-begriffliche Theorien vollziehen sich wesentlich als Begriffsarbeit. Pragmatisch die Frage umgehend, ob diese Aussage selbst schon ein Produkt des westlichen Logozentrizmus ist (wie man vielleicht mit Derrida sagen könnte),  geht es mir hier ganz pragmatizistisch (Peirce) um einen offenen Begriffsapparat, in dem ich Überlegungen zu den zentralen Begriffen der Stadtinnenarchitektur systematisiert sammele. Diese theoretischen Überlegungen spielen natürlich auch für die praktische Stadtinnenarchitektur eine Rolle; die Hoffnung ist, dass sich der Begriffsappart im Zusammenspiel von theoretischer und praktischer Arbeit entwickelt und verfeinert.

Offener Begriffsapparat

‚Offener Begriffsapparat‘ heißt: Die Begriffe sind wesentlich Arbeitsbegriffe. Sie ändern sich in der gemeinsamen theoretischen Arbeit und sind grundsätzlich reversibel, denn Begriffe sind immer an einen praktisch-materiellen Gebrauch gebunden. Zu verstehen, wie begriffliche Theorie und materielle Praxis zusammenhängen, und besonders wie sie in der Architektur zusammenhängen, ist das treibende Interesse hinter Stadtinnenarchitektur.

Der Gebrauchscharakter der Begriffe in der Erkenntnis wird besonders deutlich in sprach- (Wittgenstein, Quine) und zeichenphilosophischer (Cassirer) Perspektive, aber auch in der zentralen Rolle der Tätigkeit in anthropologisch-kulturphilosophischen (Cassirer) und geschichtsphilosophischen (Marx, Engels, Benjamin) Konzeptionen. In der Linie des Synechismus (Peirce), also der Konzeption, dass Begriffe immer nur im Kontext mit anderen Begriffen und in historischer Reihung bedeutungsvoll sein können, gibt es (auch) für die Stadtinnenarchitektur keine absoluten apriorischen Begriffe. Ihr Ziel ist es gerade zu klären, wie Begriffe zu historischen Aprioris (Husserl) von Architekturtheorie und Baupraxis werden – um praktische Möglichkeiten der Veränderung aufzuzeigen.

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