Architekturwissenschaft

September 3, 2013

Ich bin Mitglied des Netzwerks Architekturwissenschaft. Im Netzwerk arbeite ich in Arbeitsgruppe 1 an der Frage nach dem Verhältnis zwischen Architekturwissenschaft und Architekturtheorie. Diese Frage resultiert aus einem Unbehagen im Netzwerk am gegenwärtigen Zustand der ‚Theorie der Architektur‘. In der Architekturtheorie, so wie sie heute universitär organisiert ist, herrscht großer Bedarf an Reflexion über die Inhalte, Methoden und Ziele der Disziplin, und zwar jenseits von akademischen Floskeln. Dazu gehören z.B. die Klärung des Verhältnisses von Architekturtheorie und Geschichte und ein erkenntnistheoretisches Modell des Entwerfens als genuiner produktiver Erkenntnisleistung.

Für die März-Tagung des Netzswerks habe ich versucht, eine Arbeitsdefinition der Architekturwissenschaft zu formulieren — sicher nicht das letzte Wort, Überarbeitung sehr wahrscheinlich:

Der Versuch der Definition der Architekturwissenschaft ist der Versuch, eine produktiv geordnete Erforschung der Architektur in Gang zu bringen. Dazu sind besonders zwei Aspekte zentral, die unhintergehbar ineinander verschränkt sind: die Etablierung von thematisch — nicht methodisch — geordneten Verfahrensweisen und die präzisere Bestimmung des Gegenstandes. Nötig ist dies, weil sich Achitektur und Architektur-Machen in eigenen epistemischen Verfahren und Wissensformationen abspielt, die in den Bindestrich-Architekturdisziplinen immer nur partiell und disziplinär zugerichtet eingeholt werden. Die Theorie der Architekturwissenschaft muß zeigen und modellieren, wie die verschiedenen heterogenen Wissens- und Gegenstandsbereiche der Architektur so integriert werden können, dass sie als einheitlicher Komplex erforscht werden können.

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