Arch+ #222: Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?

März 20, 2016

foto: sia

Es ist geschafft, die Arch+ Ausgabe 222 ist fertig. Als Gastredaktion zusammen mit Philipp Oswalt habe ich die Ausgabe zur ersten Jahresfrage des projekt bauhaus gemacht, natürlich in Zusammenarbet mit dem großartigen Arch+-Team. Das Arch+ feature zur Präsentation der Ausgabe am letzten Donnerstag war rauschend, ab Ende März/Anfang April ist die Ausgabe im Fachhandel erhältlich. Die Ausgabe verknüpft die (Re-)Lektüre historischer Gestaltungsansätze der klassischen Moderne mit gegenwärtigen Positionen und Gestaltungspraktiken. Auf diese Weise wird sichtbar, wie der Gestaltungsbegriff sich seit der klassischen Moderne selbst umgestaltet hat, und sich die Rolle des Gestalters wie auch die Gegenstände und die Praktiken der Gestaltung sich verändert haben. Um dieses Feld abzustecken, haben haben wir die Essays und die Projekte im Heft in vier Gruppen eingeteilt, plus einen Ausblick auf die aktuelle Perspektiven am Schluss. Im ersten Teil, Modelle der Veränderung, geht es um das Verständnis der Änderung von Gesellschaft durch Gestaltung in den 1920 Jahren wie mit dem Projekt der Lebensreform und um das gegenwärtige Verständnis von Gestaltung wie beispielsweise im Ansatz des Transformetionsdesign. Der zweite Teil, Gestalten der Aufmerksamkeit,beschäftigt sich mit dem Phänomen, dass Gestaltung immer in Kontexten stattfindet und sich die Gestaltung vermerht in einer Art reflexiven Schleife auch der Gestaltung dieser Kontexte zuwendet. Im dritten Teil, Gestalten des Selbst, geht es um die zunehmende Internalisierung der Gestaltungslogik: Das Individuum und seine Vergesellschaftungsformen werden nicht mehr als gegeben angesehen, sondern als gestaltbar begriffen — in der ganzen Ambiguität, die das vom politisch gesteuerten nudiging von ganzen Wählergruppen bis zum Containern als autonomer Lebensform mit sich bringt. Der vierte Teil schließlich fokussiert auf das Gestalten von Situationen, d.h. auf das Phänomen, dass Gestaltung immer mehr als kollaboratives Prinziep verstanden wird bei dem es vor allem darum geht, Aneignungs-, Nutzungs- und Gestaltungsperspektiven für andere zu eröffnen und verschiedene Fähigkeiten und Potentiale zu vernetzen.

Die Vorschau der Ausgabe auf der Arch+ homepage findet sich hier: http://www.archplus.net/home/archiv/ausgabe/46,218,1,0.html

 

Pop-up Ausstellung zum Symposion: Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?

September 1, 2015

 

Zur Vorbereitung des internationalen Symposium „Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?“ (18.–19. September 2015) zeigt eine Pop-up-Ausstellung ab 2. September im Foyer des Haus der Kulturen der Welt auf 25 Tischen Ausschnitte und Zusammenstellungen unserer Recherche zum Thema.

Die klassische Moderne und insbesondere das Bauhaus stehen für eine Idee von Gestaltung, die Gesellschaft in einem sozialen und emanzipatorischen Sinne prägen will. Doch dieser Ambition liegen verschiedene, teilweise auch gegensätzliche Transformationsmodelle zu Grunde. Sie reichen von Ansätzen der Lebensreform, die an den individuellen Lebenspraktiken ansetzt, bis hin zu zentralen Planungen wie der Technisierung und des Sozialismus, die totalitäre Züge annehmen können. An rund einem Dutzend Beispielen zeigt der erste Teil der Ausstellung wesentliche Prototypen der historischen Avantgarden auf und spricht ihre Relevanz für heute an.

Der zweite Teil der Ausstellung stellt anhand aktueller Beispiele unterschiedliche Strategien dar, wie Gestalter heute versuchen, mit ihren Projekten Ideen eines besseren Lebens zu verfolgen. Allen Projekten gemeinsam ist, dass sie die Rolle des Gestalters relativieren. Der Gestalter imaginiert nicht mehr als heroischer Künstler-Ingenieur den neuen Menschen und eine andere Gesellschaft, sondern zielt auf dialogische Mitgestaltung gesellschaftlicher Prozesse – etwa durch Wunschproduktion, Kritik, Szenarien, Reallabore.

Mit Philipp Oswalt, Nicole Minten-Jung, Kerstin Faber, Anita Jozic.

 

Vorgestellt werden Arbeiten von:
Jean-Nicolas-Louis Durand, Walter Gropius, Richard Kauffmann, Alexander Klein, Kasimir Malewitsch, Ernst May, Alfred Messel / Berliner Spar- und Bauverein, Nikolaj Miljutin, Reinhold Rossig, Rudolf Steiner, Bruno Taut, Mies van der Rohe, Theo van Doesburg, Vegetarische Obstbaukolonie Eden e.G.m.b.H, Martin Wagner
Architecture 00, Assemble, Center for Urban Pedagogy, City of Amsterdam, Didier Faustino, Duany Plater-Zyberk & Company, Dunne & Raby, Förderverein Berliner Schloss e. V., Good Mood Lda, Greenpeace, Holzmarkt e.G., Kuehn Malvezzi, Lacaton & Vassal, Van Bo Le-Mentzel, raumlaborberlin, Recetas Urbanas / Santiago Cirugeda, SMAQ, Schultes Frank Architekten, The Yes Men, West 8, Zones Urbaines Sensibles

Eröffnungs-Talk am 2. September 2015 um 19 Uhr mit Jesko Fezer, Christa Kamleithner, Mateo Kries, Philipp Oswalt, Jörg Petruschat, Moderation Anh-Linh Ngo.

Veranstalter: Projekt-Bauhaus, Arch+ Förderverein, in Kooperation mit dem HKW Haus der Kulturen der Welt Berlin.

Eröffnung: 2. September 2015, 19 Uhr
Laufzeit: Mittwoch, 3. bis Sonntag, 20. September 2015
(Mi–Mo und feiertags, 11–19 Uhr)
Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin
Eintritt frei

Mehr zum Symposion und der Pop-up Ausstellung unter: www.projekt-bauhaus.de

Betr.: Partizipative Gestaltungsprozesse, urbane Leerflächen, Potsdam

April 5, 2014

Dieses Sommersemester habe ich ein Seminar am Fachbereich Design der FH Potsdam gegeben. Im Seminar ging es um Grundlagen partizipativer Methoden in Gestaltungsprozessen. Am Thema urbaner Leerflächen in Potsdam wurden Strategien und Methoden von partizipativer Gestaltung erarbeitet und gemeinsam realisiert. Das Seminar gliedert sich in drei Teile: (1) Analyse und Darstellung von urbanen Brachflächen in Potsdam, (2) Theorie partizipativer Gestaltungsprozesse und der Gestaltung von Partizipation, und (3) Interventionen auf einer Leerfläche in Potsdam. Am Schluss stand eine gemeinsame Abschlusspräsentation, bei der die Interventionen für einen Tag in Potsdam realisiert wurden.

 

Die Seminarteilnehmer haben eine Website zur Dokumentation des Seminars erstellt, klicke hier: www.wohnzimmerkegelparty.de

Objective Dialogues: Moabiter Geschichten

Oktober 10, 2013

Festiwalla 2013, 16.-19. Oktober, Haus der Kulturen der Welt, Berlin

Theaterprojekt in Zusammenarbeit mit Alex Head, Miodrag Kuč, Patrick Kochlik, Kristin Anschütz und Sabine Schulz Blank

Der Workshop bittet zum gemeinsamen Hantieren mit Objekten und zum Erforschen von Ausschnitten der Geschichte Moabits. Er wendet sich an das Wissen und die Erfahrung der Besucher des Festivals und öffnet einen Raum der spielerischen Kommunikation. Das Projekt will damit zugleich aus der konkreten Geschichte Moabits erzählen und den Vorgang des Geschichte-Machens — im Theater wie anderswo — sichtbar machen. Am Ende jeden Tages steht ein improvisiertes Theaterstück mit dem Ensemble des Jugendtheaterbüro Berlin.

[…]

arch+ Out of Balance: GRID

April 24, 2013

GRID interface

GRID interface

Auch ich hab beim Wettbewerb von arch+ mitgemacht, zusammen mit Patrick und Jens von syntop. Gewonnen haben wir nicht^^, aber das soll mich nicht hindern, hier nochmal den Essay zu veröffentlichen, den wir für den Wettbewerb geschrieben haben.

Für unseren Beitrag haben wir versucht, die Rolle des Informationsdesign heute — im zweiten digitalen Zeitalter — zu bestimmen, also das, wonach der Wettbewerb fragt, theoretisch und historisch einzuordnen.

Der Essay ist hier in der arch+ veröffentlicht: http://www.archplus.net/home/archiv/artikel/46,4110,1,0.html […]

Objective Dialogues: Y-Table

September 21, 2012

Operational Drawing of the Objective Dialogues Y-Table

Operational drawing of the Objective Dialogues Y-Table

Anti-curatorial installation for collective insight processes

The Objective Dialogues Y-Table consisted of a three way, Y-shaped table with 4 analytical examination stations, a display system, examination sheets, audio recorders and a facilitator. The examination stations refer to classical scientific methods in order to question the contemporary alliances between scientific research and the arts. This is equally indicated by the title of the project: Objective Dialogues are not objective but about objects. […]

k67_Urban Router

August 2, 2012

 

The k67_Urban Router is a project initiated in collaboration with ParaArtFormations (Miodrag Kuc). It is a mobile plattform for urban investigations and actions, based on an upgraded Yugo kiosk from the 70ies. The k67 has its own WLAN-Intranet which is open, i.e. publicly accessible on the site. […]

The Anxious Prop Case 4: Reviewing Making-Visible

März 30, 2011

[cvg-video videoId=’1′ width=’636′ height=’400′ mode=’playlist’/]

30.3.2011, 19:30, www.theanxiousprop.org/case4
 

Das 2009 von Luis Berríos-Negrón initierte Kollektiv The Anxious Prop (AXP) veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen Positionen zur politisch-kulturellen Dimension von digitaler Fabrikation und der Entwicklung des digitalen Habitats in Form von Ausstellungen und Publikationen.

AXP Case 4: Reviewing Making-Visible thematisiert die verschiedenen Strategien und Formate des Sichtbarmachens von Objekten, Strukturen und Prozessen in beschreibenden und gestaltenden Wissenschaften und Künsten. Um theoretische Debate und künstlerische Intervention zu verzahnen, wurde Case 4 als ein Ausstellungs-Konferenz-Hybrid konzipiert, in dem Theoretiker und Künstler mit Argumenten und Objekten/Installationen aus verschiedenen Disziplinen und Bereichen zusammentreffen konnten.

Gemeinsam kuratiert mit Luis Berríos-Negrón.