From CAD to BIM: Erkenntnistheorie digitaler Entwurfswerkzeuge I

September 17, 2016

Wintersemester 16/17, TU-Berlin, FG Architekturtheorie

Jean-Nicolas-Luis Dirand: Ensembles de edifices, Précis de leçons d'architecture, Bd. 2, Tafel 20

Jean-Nicolas-Luis Dirand: Ensembles de edifices, Précis de leçons d’architecture, Bd. 2, Tafel 20

Prinzip der Trennung von Geometrie und Semantik im IFC-Datenmodell, aus: Borrmann, André, Markus König, Christian Koch, und Jakob Beetz. Building Information Modeling. Technologische Grundlagen und industrielle Praxis. VDI-Buch. Wiesbaden: Springer Vieweg, 2015., Seite 101.

Prinzip der Trennung von Geometrie und Semantik im IFC-Datenmodell, aus: Borrmann, André, Markus König, Christian Koch, und Jakob Beetz. Building Information Modeling. Technologische Grundlagen und industrielle Praxis. VDI-Buch. Wiesbaden: Springer Vieweg, 2015., Seite 101.

Die Entwicklung von BIM zum epistemischen Medium

Entwurfswerkzeuge sind immer auch Erkenntnismedien: Die Mittel des Entwerfens bestimmen mit, was entworfen wird, denn sie bestimmen mit, was was überhaupt in den Horizont des Entwerfens geraten kann. In diesem Seminar geht es darum, erkenntnistheoretische Ansätze des Entwerfens mit der Untersuchung der Entwicklung digitaler Entwurfswerkzeuge zu verbinden. Im Fokus steht dabei die geschichtliche Entwicklung digitaler Entwurfswerkzeuge und ihre erkenntnistheoretische Reflexion. Wir lesen und diskutieren einschlägige erkenntnistheoretische Texte zum Thema und verfolgen die Entwicklung von Designsoftware von der digitalen Mimesis des Zeichnens in den Anfängen von CAD bis zur Arbeit mit digitalen Systemmodellen in der aktuellen Entwicklungsstufe von BIM.

BIM und die Formalisierung des Entwerfens: Erkenntnistheorie digitaler Entwurfswerkzeuge II

September 11, 2016

Wintersemester 16/17, Seminar Architekturtheorie an der Universität Kassel, FB06, Lehrstuhl Architekturtheorie und Entwerfen

Voroball (sketch for the Meteorite) by Luis Berríos-Negrón and Stephen Form (2009), turned by 90° CW. Parametric model using program for Voronoi surface optimization created by   Barbara Cutler during the Sinthome Workshop directed by Mark Goulthorpe at MIT, 2005.

Voroball (sketch for the Meteorite) by Luis Berríos-Negrón and Stephen Form (2009), turned by 90° CW.
Parametric model using program for Voronoi surface optimization created by Barbara Cutler during the Sinthome Workshop directed by Mark Goulthorpe at MIT, 2005.

Die BIM-Methode und ihre historischen Anfangspunkte. Objektivierung des Entwerfens durch Standardisierung

Ausgangspunkt des Seminars ist die um sich greifende Verbreitung von BIM (Building Information Modelling, dt. Gebäudedatenmodellierung) in der aktuellen Architekturproduktion. Im Seminar geht es um die historische Kontextualisierung und Rückbindung der sich vielerorts durchsetzenden BIM-Methode. Der Fokus liegt darauf, die Idee, Teile des Entwursfprozesses oder und/oder der Entwurfsobjekte zu standardisieren, in ihrer historischen Entwicklung zu verfolgen. Parallel zu dieser historischen Perspektive, in der es etwa um Durand’s Ansatz zur Objektivierung des Entwerfens als Entwurfsmethode oder Neufert’s Konzept des Schnellentwerfens geht, schauen wir uns ‚Meilensteine‘ der Entwicklung von BIM-Anwendungen und ihren Vorläufern an, wie etwa die AMG Architecture Machine Group und die Entstehung des IFC Industry Foundation Classes Datenstandards. Ziel ist es, BIM-Verfahren und -Methoden architekturtheoretisch in den Fokus zu bringen, denn die architekturtheoretische Reflexion des Einflusses von BIM auf die Entwurfspraktiken und -kulturen der aktuellen Architekturproduktion ist Voraussetzung dafür, dass wir diese Verfahren angemessen anwenden können.

Arch+ #222: Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?

März 20, 2016

foto: sia

Es ist geschafft, die Arch+ Ausgabe 222 ist fertig. Als Gastredaktion zusammen mit Philipp Oswalt habe ich die Ausgabe zur ersten Jahresfrage des projekt bauhaus gemacht, natürlich in Zusammenarbet mit dem großartigen Arch+-Team. Das Arch+ feature zur Präsentation der Ausgabe am letzten Donnerstag war rauschend, ab Ende März/Anfang April ist die Ausgabe im Fachhandel erhältlich. Die Ausgabe verknüpft die (Re-)Lektüre historischer Gestaltungsansätze der klassischen Moderne mit gegenwärtigen Positionen und Gestaltungspraktiken. Auf diese Weise wird sichtbar, wie der Gestaltungsbegriff sich seit der klassischen Moderne selbst umgestaltet hat, und sich die Rolle des Gestalters wie auch die Gegenstände und die Praktiken der Gestaltung sich verändert haben. Um dieses Feld abzustecken, haben haben wir die Essays und die Projekte im Heft in vier Gruppen eingeteilt, plus einen Ausblick auf die aktuelle Perspektiven am Schluss. Im ersten Teil, Modelle der Veränderung, geht es um das Verständnis der Änderung von Gesellschaft durch Gestaltung in den 1920 Jahren wie mit dem Projekt der Lebensreform und um das gegenwärtige Verständnis von Gestaltung wie beispielsweise im Ansatz des Transformetionsdesign. Der zweite Teil, Gestalten der Aufmerksamkeit,beschäftigt sich mit dem Phänomen, dass Gestaltung immer in Kontexten stattfindet und sich die Gestaltung vermerht in einer Art reflexiven Schleife auch der Gestaltung dieser Kontexte zuwendet. Im dritten Teil, Gestalten des Selbst, geht es um die zunehmende Internalisierung der Gestaltungslogik: Das Individuum und seine Vergesellschaftungsformen werden nicht mehr als gegeben angesehen, sondern als gestaltbar begriffen — in der ganzen Ambiguität, die das vom politisch gesteuerten nudiging von ganzen Wählergruppen bis zum Containern als autonomer Lebensform mit sich bringt. Der vierte Teil schließlich fokussiert auf das Gestalten von Situationen, d.h. auf das Phänomen, dass Gestaltung immer mehr als kollaboratives Prinziep verstanden wird bei dem es vor allem darum geht, Aneignungs-, Nutzungs- und Gestaltungsperspektiven für andere zu eröffnen und verschiedene Fähigkeiten und Potentiale zu vernetzen.

Die Vorschau der Ausgabe auf der Arch+ homepage findet sich hier: http://www.archplus.net/home/archiv/ausgabe/46,218,1,0.html

 

Pop-up Ausstellung zum Symposion: Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?

September 1, 2015

 

Zur Vorbereitung des internationalen Symposium „Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?“ (18.–19. September 2015) zeigt eine Pop-up-Ausstellung ab 2. September im Foyer des Haus der Kulturen der Welt auf 25 Tischen Ausschnitte und Zusammenstellungen unserer Recherche zum Thema.

Die klassische Moderne und insbesondere das Bauhaus stehen für eine Idee von Gestaltung, die Gesellschaft in einem sozialen und emanzipatorischen Sinne prägen will. Doch dieser Ambition liegen verschiedene, teilweise auch gegensätzliche Transformationsmodelle zu Grunde. Sie reichen von Ansätzen der Lebensreform, die an den individuellen Lebenspraktiken ansetzt, bis hin zu zentralen Planungen wie der Technisierung und des Sozialismus, die totalitäre Züge annehmen können. An rund einem Dutzend Beispielen zeigt der erste Teil der Ausstellung wesentliche Prototypen der historischen Avantgarden auf und spricht ihre Relevanz für heute an.

Der zweite Teil der Ausstellung stellt anhand aktueller Beispiele unterschiedliche Strategien dar, wie Gestalter heute versuchen, mit ihren Projekten Ideen eines besseren Lebens zu verfolgen. Allen Projekten gemeinsam ist, dass sie die Rolle des Gestalters relativieren. Der Gestalter imaginiert nicht mehr als heroischer Künstler-Ingenieur den neuen Menschen und eine andere Gesellschaft, sondern zielt auf dialogische Mitgestaltung gesellschaftlicher Prozesse – etwa durch Wunschproduktion, Kritik, Szenarien, Reallabore.

Mit Philipp Oswalt, Nicole Minten-Jung, Kerstin Faber, Anita Jozic.

 

Vorgestellt werden Arbeiten von:
Jean-Nicolas-Louis Durand, Walter Gropius, Richard Kauffmann, Alexander Klein, Kasimir Malewitsch, Ernst May, Alfred Messel / Berliner Spar- und Bauverein, Nikolaj Miljutin, Reinhold Rossig, Rudolf Steiner, Bruno Taut, Mies van der Rohe, Theo van Doesburg, Vegetarische Obstbaukolonie Eden e.G.m.b.H, Martin Wagner
Architecture 00, Assemble, Center for Urban Pedagogy, City of Amsterdam, Didier Faustino, Duany Plater-Zyberk & Company, Dunne & Raby, Förderverein Berliner Schloss e. V., Good Mood Lda, Greenpeace, Holzmarkt e.G., Kuehn Malvezzi, Lacaton & Vassal, Van Bo Le-Mentzel, raumlaborberlin, Recetas Urbanas / Santiago Cirugeda, SMAQ, Schultes Frank Architekten, The Yes Men, West 8, Zones Urbaines Sensibles

Eröffnungs-Talk am 2. September 2015 um 19 Uhr mit Jesko Fezer, Christa Kamleithner, Mateo Kries, Philipp Oswalt, Jörg Petruschat, Moderation Anh-Linh Ngo.

Veranstalter: Projekt-Bauhaus, Arch+ Förderverein, in Kooperation mit dem HKW Haus der Kulturen der Welt Berlin.

Eröffnung: 2. September 2015, 19 Uhr
Laufzeit: Mittwoch, 3. bis Sonntag, 20. September 2015
(Mi–Mo und feiertags, 11–19 Uhr)
Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin
Eintritt frei

Mehr zum Symposion und der Pop-up Ausstellung unter: www.projekt-bauhaus.de

Cyberparks: workshop Barcelona

Dezember 2, 2014

 

End of November the Cyberparks research group held it’s third meeting at the Department de Geografia at Universitat Autonoma in Barcelona. It was a fruitfull meeting, the organizers managed very well to combine a dense schedule with a tentative exploration of the city. The app with which we intend to research the influence of digital media on urban spaces has made big leaps forward, we were already able to use it for the exploration of two case study areas in Barcelona.

The conceptual reflection-group in which I work has further refined it’s research objectives and it’s collaboration with the other working groups. The analysis of  the relation of digital media and material space through the conceptual trias space (urban parks) — society (network society) — technology (digital media) is still our center of attention, but the focus at the Barcelona meeting was more on the issue of how to install a sort of interface between the conceptual reflection the work in the other working groups. This is naturally a time consuming issue in a research group that diverse, but it’s also a sine qua non. So, with the working groups better geared together we are looking forward to the next meeting in Bristol, UK.

 

Betr.: Partizipative Gestaltungsprozesse, urbane Leerflächen, Potsdam

April 5, 2014

Dieses Sommersemester habe ich ein Seminar am Fachbereich Design der FH Potsdam gegeben. Im Seminar ging es um Grundlagen partizipativer Methoden in Gestaltungsprozessen. Am Thema urbaner Leerflächen in Potsdam wurden Strategien und Methoden von partizipativer Gestaltung erarbeitet und gemeinsam realisiert. Das Seminar gliedert sich in drei Teile: (1) Analyse und Darstellung von urbanen Brachflächen in Potsdam, (2) Theorie partizipativer Gestaltungsprozesse und der Gestaltung von Partizipation, und (3) Interventionen auf einer Leerfläche in Potsdam. Am Schluss stand eine gemeinsame Abschlusspräsentation, bei der die Interventionen für einen Tag in Potsdam realisiert wurden.

 

Die Seminarteilnehmer haben eine Website zur Dokumentation des Seminars erstellt, klicke hier: www.wohnzimmerkegelparty.de

Rundgespräch zur Bestimmung einer Architekturwissenschaft

März 27, 2014

Nach wie vor schlägt sich das Netzwerk sehr motiviert mit der Frage und Aufgabe herum, was die Architekturwissenschaft als Fach oder Disziplin — darüber gehen die Meinungen im Netzwerk freilich auseinander — ausmacht. Um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, veranstalten wir am kommenden Wochenende einen roundtable im Pergamon-Palais der HU-Berlin, bei dem wir uns mit dem Wissenschaftsbegriff der Architekturwissenschaft auseinandersetzen.

[…]

Briquettherstellung aus Paranussschalen in Amazonien

Februar 10, 2014

gefördert durch:

Forschungsprojekt mit Workshop, mit Sabine Schulz Blank und Wolfgang Ramisch, Projektwebsite (english/portugês) hier. Der Workshop fand am 27. und 28. November in einer Halle der Exportadora Florenzano statt. Die Exportadora Florenzano ist eine Fabrik, in der die im Dschungel gesammelten Paranüsse verarbeitet werden. Die Firma ist Teil des Forschungsnetzwerks NoPa Puxirum.

Paranüsse wachsen im amazonischen Regenwald. Sie werden ausschließlich wild gesammelt, da die Bäume nur in ihren Ökosystemen (castanhals) im Regenwald wachsen. Deshalb ist es schwer, sie für Plantagen zu kultivieren. Das Energy and Nuclear Research Institute in São Paolo hat in einer Analyse gezeigt, dass ungefähr eine Paranuss zu ungefähr 35% aus Lignin besteht; betrachtet man nur die Außenschale, kommt man sogar auf einen Wert von etwa 60%1. Der durchschnittliche Anteil von Lignin Holz liegt dagegen bei nur 18-30%2. Lignin ist der Stoff, der pflanzlichem Material Festigkeit verleiht hält. Unter Druck wird er plastisch, solange der Druck anhält. Dies ist die Grundlage der Briquetteproduktion: Man presst organisches Material zusammen, komprimiert es so und bringt es gleichzeitig in eine geeignete Form. Da Paranüsse einen extrem hohen Anteil an Lignin haben, und nur extrativistisch produziert werden, könnten sie ein idealer Kandidat für eine nachhaltige Briquetteproduktion sein.

  1. del Mastro, Nelida Lucia, Patricia Yoko Inamura, Felipe Henrique Kraide, Maria J. A. Aguirre, Marcos A. Scapin, and Esperidiana A.B. Moura (2011): Characterization of Brazil Nut Shell Fiber. Symposium Biological Materials Science. TMS Annual Meeting & Exhibition []
  2. Pettersen Roger C. 1984. ‘The Chemical Composition of Wood’. In The Chemistry of Solid Wood, 207:57–126. Advances in Chemistry. American Chemical Society []

Objective Dialogues: Moabiter Geschichten

Oktober 10, 2013

Festiwalla 2013, 16.-19. Oktober, Haus der Kulturen der Welt, Berlin

Theaterprojekt in Zusammenarbeit mit Alex Head, Miodrag Kuč, Patrick Kochlik, Kristin Anschütz und Sabine Schulz Blank

Der Workshop bittet zum gemeinsamen Hantieren mit Objekten und zum Erforschen von Ausschnitten der Geschichte Moabits. Er wendet sich an das Wissen und die Erfahrung der Besucher des Festivals und öffnet einen Raum der spielerischen Kommunikation. Das Projekt will damit zugleich aus der konkreten Geschichte Moabits erzählen und den Vorgang des Geschichte-Machens — im Theater wie anderswo — sichtbar machen. Am Ende jeden Tages steht ein improvisiertes Theaterstück mit dem Ensemble des Jugendtheaterbüro Berlin.

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arch+ Out of Balance: GRID

April 24, 2013

GRID interface

GRID interface

Auch ich hab beim Wettbewerb von arch+ mitgemacht, zusammen mit Patrick und Jens von syntop. Gewonnen haben wir nicht^^, aber das soll mich nicht hindern, hier nochmal den Essay zu veröffentlichen, den wir für den Wettbewerb geschrieben haben.

Für unseren Beitrag haben wir versucht, die Rolle des Informationsdesign heute — im zweiten digitalen Zeitalter — zu bestimmen, also das, wonach der Wettbewerb fragt, theoretisch und historisch einzuordnen.

Der Essay ist hier in der arch+ veröffentlicht: http://www.archplus.net/home/archiv/artikel/46,4110,1,0.html […]

Architecture machinae

September 1, 2011

Essay on the ‚object‘ of architectural theory

The notion of ‘architecture machines’ has been around at least since the formation of the Architecture Machine Group [AMG] at the MIT. In the early days of digital design and fabrication, this group led by Nicholas Negroponte experimented with the construction of architecture machines as “all-purpose cybernetic design assistant[s]”[1. Mario Carpo, The Alphabet and the Algorithm, 1. Aufl., Writing Architecture (Massachusetts: The MIT Press, 2011), 35.]. The sort of machines AMG had in mind were instruments to facilitate the design of architecture; in the course of development these machines were integrated also with the production of architecture by way of a digital chain. These design-production instruments are not what this essay sets out to address. It is not about machines used to produce architecture, but about the machines architecture itself consists of; it is not about technology but about society which relies on the cultivation of highly diverging machines.

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Urban Props

Juli 29, 2010

First model for the wrecking pendulum, Kuc's and my contribution for The Anxious Prop Case 2: [Eccentric] Have Balls

First model for the wrecking pendulum, Kuc’s and my contribution for The Anxious Prop Case 2: [Eccentric] Have Balls

Urban props have the remarkable ability to simultaneously critique and destine the production of new urban design. They orient urban practice on all scales, from the smallest urban furniture to the over-regional master plan. They do so by being essentially open and indeterminate and, at the same time, providing a stable common framework. […]